STAX Tube Driver: Instandhaltung & Modifikation

Anleitungen zum Nachbau sind dringendst erwünscht. Wir können alle voneinander lernen.
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Firschi
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STAX Tube Driver: Instandhaltung & Modifikation

Beitrag von Firschi » Mi 13. Jun 2018, 09:58

Wie einige von euch vielleicht mitbekommen habe, bin ich seit einiger Zeit auf der Suche nach einem der älteren Röhrenverstärker von STAX. Als in Frage kommende Modelle seien an dieser Stelle nochmals die Bezeichnungen SRM-T1, SRM-T1S und SRM-006T ventiliert.

Und bevor die Frage aufkommt: Ja, ich besitze bereits einen SRM-T1. Der ist aber in einem so genial guten Zustand, dass ich eine Beschädigung auf gar keinen Fall riskieren möchte. Außerdem hätte ich sonst für einige Zeit gar keinen Verstärker um meine Lambdas anzutreiben. Und das geht ja mal gar nicht. Zugegeben, ich bin bekloppt :mad:


Eigentlich wollte ich zuerst ein paar andere Vorhaben abschließen, für die mir im Moment die Motivation etwas fehlt. Was habe ich also vor? Die Aktion gliedert sich grob in zwei Aspekte auf, erstens Instandhaltung, zweitens Modifikation. Ferner lassen sich die 4 „Teilprojekte“ zu je gleichen Teilen in „relativ ungefährlich“ und „mit einem Risiko verbunden“ gliedern. In der folgenden Aufzählung dürfte relativ klar werden, was gemeint ist:

1.) Re-Cap: Austausch aller alten Elektrolytkondensatoren gegen neue

2.) Safety-Resistors: Einbau von Sicherheitswiderständen in die Signal- und Bias-Leitungen

3.) CCS-Mod: Austausch der Anoden-Widerstände gegen elektronische Konstantstromquellen

4.) Tube-Swap: Austausch der 6CG7 Röhren gegen ECC99 Röhren



Im Moment steht und fällt alles damit, dass mir ein zweiter Amp bislang fehlt. Auch die benötigten Teile sind zwar bereits sorgfältig ausgewählt, aber noch nicht bestellt. Während 1.) und 2.) handwerklich (wahrscheinlich) relativ einfach umsetzbar sein werden, bedarf es bei 3.) und 4.) doch einer gewissen Risikobereitschaft und Kreativität. Die Punkte beeinflussen sich außerdem gegenseitig. Um 3.) sauber umzusetzen wird beispielsweise ein PCB benötigt, das (noch) nicht käuflich erworben werden kann...


Ziele dieser gesamten Aktion bestehen darin, zunächst die Betriebssicherheit und die ursprüngliche Funktion wieder sicher herzustellen. Anschließend wird die Sicherheit für Hörer und Hörenden erhöht. Und schließlich werden die technischen Eigenschaften der Schaltung so verändert, dass deutlich mehr Leistung für den Hörer übrig bleibt, bei reduzierten Verzerrungen und erhöhtem Headroom.


Klingt fast zu schön um wahr zu sein, oder? :yau:

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Re: STAX Tube Driver: Instandhaltung & Modifikation

Beitrag von hadisch » Mi 13. Jun 2018, 12:17

Klingt fast zu schön um wahr zu sein, oder?
Ja, und ich bin gespannt wie ein Flitzebogen was dies letztendlich klanglich ausmacht bzw. auch ein mehr an Leistung. :top:

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Re: STAX Tube Driver: Instandhaltung & Modifikation

Beitrag von Firschi » Mi 13. Jun 2018, 13:04

Und ich erst, Dieter.... Wird sicher ein eher mittelfristiges Projekt, mal sehen :coffee:

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Re: STAX Tube Driver: Instandhaltung & Modifikation

Beitrag von hadisch » Mi 13. Jun 2018, 15:09

Ja klar, so ein T1 ist schwer zu bekommen und verschenken möchte ihn auch keiner.
Außer in einem miserabelen Zustand und defekt.
Wünsche dir trotzdem viel Erfolg.
Ich halte die Augen auch auf

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Re: STAX Tube Driver: Instandhaltung & Modifikation

Beitrag von Firschi » Mo 18. Jun 2018, 13:27

hadisch hat geschrieben:
Mi 13. Jun 2018, 15:09
Außer in einem miserabelen Zustand und defekt.

Jo, so einen defekten, aber immerhin recht sauberen und ordentlichen SRM-T1 habe ich mir gestern also tatsächlich besorgt. D.h. ich kann dieses Thema angehen. Vorausgesetzt, ich bekomme ihn komplett zum Laufen. Zuerst wird gründlich gereinigt und dann Anschlüsse und Bedienelemente in Ordnung gebracht.

Danach suche ich mir alle Teile bei Mouser zusammen, die ich für alle Elemente dieses Vorhabens brauche. Teilweise ist das schon passiert, die Elkos habe ich beispielsweise schon gewählt. Neue 6CG7 und ECC99 Röhren habe ich auch gleich mal bestellt. Finanziell gesehen wird das wieder eine komplett verrückte Nummer mit hohem Risiko :wacko:

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Re: STAX Tube Driver: Instandhaltung & Modifikation

Beitrag von Diego Dee » Mo 18. Jun 2018, 23:01

Na ja, ein bisschen Gaga schadet ja nie :mad:

Was hast du für Röhren bestellt?

Wieviel hast du dafür hingelegt?

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Re: STAX Tube Driver: Instandhaltung & Modifikation

Beitrag von Firschi » Di 19. Jun 2018, 07:59

Naja, das ist schon etwas bekloppter, was hier läuft... :mad:
Diego Dee hat geschrieben:
Mo 18. Jun 2018, 23:01
Was hast du für Röhren bestellt?

1 Paar 6CG7 Matched & Balanced von Electro Harmonix für 35,46€

1 Paar ECC99 GOLD Matched & Balanced von JJ-Electronic für 44,00€

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Re: STAX Tube Driver: Instandhaltung & Modifikation

Beitrag von senifan » Di 19. Jun 2018, 10:14

Wo hast du die Röhren bestellt?
Röhrenhaus Kunisch kann ich nicht empfehlen, haben mir mal Röhren geschickt die mikrofonisch waren und rauschten und wollten sie nicht zurücknehmen. :käthe:

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Re: STAX Tube Driver: Instandhaltung & Modifikation

Beitrag von Firschi » Di 19. Jun 2018, 11:11

Ich habe sie bei der Banzai Music GmbH in Berlin gekauft.


An den Laden hatte ich mich erinnert, da wir früher zu Band-Zeiten manchmal Röhren für die Top-Teile der Amps oder Effektgeräte dort gekauft hatten. Damals noch alles vom Mund abgespart, aber Marshall bzw. Peavey musste einfach sein :hbang:

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Re: STAX Tube Driver: Instandhaltung & Modifikation

Beitrag von Diego Dee » Di 19. Jun 2018, 12:40

Firschi hat geschrieben:
Di 19. Jun 2018, 07:59
Naja, das ist schon etwas bekloppter, was hier läuft... :mad:

Meinst du?

Es geht aber noch mehr:

ein Paar 6CG7 NOS Sylvania von 1958 (nen hunni)
ein Paar 6CG7 RCA Clear Top (nen fuffi) > konnte ich einfach nicht widerstehen..........aber jetzt ist Schluß, nix mehr
Ach ja, dann hab ich Hans seinen Lambda Signature noch abgequatscht.......jetzt reichts aber wirklich, mööönsch.

Ich will mir aber noch nen günstigen SRM T1 schießen, dann habe ich zwei.
Einer kriegt die Sylvanias und der annere die RCA.

Bekloppt :mad: ....geht da noch was?

Wenn ich bedenke, daß ich nach dem Kauf meines HD650 gesagt habe, daß höchstens ein Little Dot MK2 herkommt.
So einfach mal zum probieren und so.... KH Verstärker brauch ich eigentlich eh nicht.
Und jetzt?
Zugestaxt, bekloppt, in was bin ich da reingeraten ? :fol: :wall:


Willst du nicht verraten was du für den Amp hingeblättert hast? :smoke:

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Re: STAX Tube Driver: Instandhaltung & Modifikation

Beitrag von Firschi » Di 19. Jun 2018, 13:48

Okay, du hast gewonnen :lol:

Diego Dee hat geschrieben:
Di 19. Jun 2018, 12:40
Willst du nicht verraten was du für den Amp hingeblättert hast? :smoke:
:sheep:



Edit: Also gut, es waren 130€.

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Re: STAX Tube Driver: Instandhaltung & Modifikation

Beitrag von Firschi » So 24. Jun 2018, 13:44

Schon am Freitag habe ich alle elektronischen Teile bestellt, die ich für dieses Vorhaben benötigen werde. Obwohl davon natürlich noch nichts eingetroffen ist, möchte ich an dieser Stelle schonmal die Teilprojekte 1 und 2 etwas beleuchten.


Man kann es nicht zu oft erwähnen:

Die Netzspannung stellt eine potenziell tödliche Gefahr dar! Das Gehäuse darf nur von fachkundigen Personen geöffnet werden.


So sieht ein bereits gründlich gereinigter aber ansonsten handelsüblicher STAX SRM-T1 der B-Serie (offensichtlich ohne Röhren) von innen aus:

SRM-T1_intern1_Elkos (Custom).jpg
SRM-T1_intern1_Elkos (Custom).jpg (127.62 KiB) 2347 mal betrachtet

Zur besseren Erkennbarkeit habe ich die insgesamt 10 Elektrolytkondensatoren entsprechend der Schaltung bzw. der Beschriftung auf dem PCB markiert.



1.) Re-Cap:

Moderne Elkos können gegenüber den früher verbauten Elkos deutlich größere Kapazitäten aufweisen, bei gleicher oder sogar geringerer Baugröße. Ich möchte dies an einem Beispiel verdeutlichen. Die Elkos C11-C14 verfügen bei einem Durchmesser von 30mm und einer Höhe von 60mm über eine Kapazität von 100µF bei 400V Nennspannung. Heute gibt es handelsübliche Elkos, die bei 25mm Durchmesser und einer Höhe von 45mm eine Kapazität von 330µF bei ebenfalls 400V aufweisen. Das Verhältnis von Kapazität zu Volumen liegt heute somit gut beim Sechsfachen von früher.

Wo möglich möchte ich darum unter Beibehaltung der Nennspannung größere Kapazitäten verbauen. Die folgende Übersicht zeigt die Bezeichnung der Elkos, die technischen Daten und schließlich meine Wahl an Austauschteilen.

T1_Elkos.jpg
T1_Elkos.jpg (71.08 KiB) 2347 mal betrachtet

Die 4 großen Brocken von Kondensatoren können aufgrund der Tatsache, dass die Anschlussbeine nicht mittig angeordnet sind, einen Durchmesser von 25mm nicht überschreiten. Außerdem müssen sie über sogenannte „Snap In“ Beine verfügen, bei einem Abstand von 10,0 oder 12,5mm.

Ich habe mich in allen 4 Fällen der in der Tabelle genannten Elkos für Kondensatoren der Firma Nichicon entschieden. Natürlich haben auch viele andere Hersteller mindestens genau so gute Teile im Sortiment.



2.) Safety-Resistors:

Insgesamt verfügen die neueren Verstärker der Fa. STAX über 6 Sicherheitswiderstände. Diese verfolgen das Ziel, den angeschlossenen Hörer und den Hörenden vor bleibenden Schäden zu schützen, sollte das Netzteil oder die Röhren-Ausgangsstufe einen spontanen Defekt erleiden. Den alten Modellen T1, T1S oder 006T fehlen diese Widerstände.

4 Widerstände der Sorte 5,11kOhm 350V 2W (Bezeichnung: CPF25K1100FKE14) werden darum direkt in die Signal-Zuleitungen (R+, L+, R-, L-) vom PCB zu den Ausgangsbuchsen an der Front verbaut.

SRM-T1_intern5 (Custom).jpg
SRM-T1_intern5 (Custom).jpg (73.58 KiB) 2347 mal betrachtet

2 weitere Widerstände der Sorte 4,99MOhm 500V 1,5W (Bezeichnung: CMF654M9900FHEK) kommen an ähnlicher Stelle in die Bias-Leitungen (Pro, Normal) vom PCB zu den Ausgangsbuchsen an der Front.

SRM-T1_intern6 (Custom).jpg
SRM-T1_intern6 (Custom).jpg (111.18 KiB) 2347 mal betrachtet

Ich habe mich in beiden Fällen für hochwertige Metallschichtwiderstände der Fa. Vishay entschieden. Auch hier gibt es natürlich zahllose Alternativen.

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Re: STAX Tube Driver: Instandhaltung & Modifikation

Beitrag von civicep1 » So 24. Jun 2018, 13:58

Danke für den ausführlichen Einblick in dein Projekt. Viel Erfolg schon mal an dieser Stelle und ich freue mich auf weitere Posts zum T1.

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Re: STAX Tube Driver: Instandhaltung & Modifikation

Beitrag von Robodoc » So 24. Jun 2018, 15:10

Super Beitrag, danke Dominik :resp:
Bin gespannt auf deinen weiteren Erfahrungsbericht zum Umbau.
Ich werde bei Gelegenheit dann auch mal die Kondensatoren in meinem T1 austauschen :bier:

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Re: STAX Tube Driver: Instandhaltung & Modifikation

Beitrag von Firschi » So 24. Jun 2018, 15:39

Danke euch :) Ich bin selbst gespannt, wie und ob das alles so klappen wird. Und natürlich auf das, was dabei im Ergebnis herauskommt.


Ich mache hier erstmal tröpfchenweise in diesem Thread weiter, wie üblich. Wenn sich das im Anschluss als sinnvoll herausstellt, wäre auch ein zusammenhängender Blog-Beitrag denkbar. Oder eben 2 getrennte, nach "Instandhaltung" und "Modifikation".

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Re: STAX Tube Driver: Instandhaltung & Modifikation

Beitrag von Firschi » Do 28. Jun 2018, 08:08

Gemäß Sendungsverfolgung müssten die elektronischen Komponenten heute geliefert werden. Fedex ist bei mir in der Gegend allerdings immer etwas schwierig, warum auch immer. Ansonsten habe ich die Zwischenzeit genutzt, das Gehäuse des Amps teilweise zu zerlegen und alles gründlich zu reinigen. Lohnt sich :wacko:


Edit: Übrigens, die Artikelbezeichnung der Elkos C21 und C22 führt zu einem ebenfalls kompatiblen Modell mit 330µF anstatt der in der Tabelle genannten 270µF. Wegen der geringen Verfügbarkeit hatte ich auf dieses Modell gewechselt.

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Re: STAX Tube Driver: Instandhaltung & Modifikation

Beitrag von Firschi » So 22. Jul 2018, 11:02

Gestern war es schließlich so weit, ich habe alle 10 Elkos ausgetauscht, die 6 Sicherheitswiderstände eingebaut, neue Röhren eingesetzt und den Abgleich vorgenommen.


Fazit: Operation erfolgreich, Patient geht ab wie bekloppt :mrgreen:

IMG_20180721_195514A (Custom).jpg
IMG_20180721_195514A (Custom).jpg (128.13 KiB) 1499 mal betrachtet

Zu diesem ganzen "STAX Vacuum Tube Driver"-Themenkomplex wird es im Laufe der nächsten Wochen Blogbeiträge geben. Stay tuned ;)

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Re: STAX Tube Driver: Instandhaltung & Modifikation

Beitrag von Diego Dee » So 22. Jul 2018, 14:37

Firschi hat geschrieben:
So 22. Jul 2018, 11:02
...Patient geht ab wie bekloppt....
Was bedeutet das im Klartext?
-Mehr PS? :mrgreen:

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Re: STAX Tube Driver: Instandhaltung & Modifikation

Beitrag von Staxi2017 » So 22. Jul 2018, 15:38

Das ist ja was feines - ist er nun schon ein kleiner T2?

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Re: STAX Tube Driver: Instandhaltung & Modifikation

Beitrag von Firschi » So 22. Jul 2018, 15:44

Nein, nein, das wird auch nicht passieren. Bisher habe ich das Gerät gründlich gereinigt, kosmetisch aufbereitet, alle Elkos getauscht, die Sicherheitswiderstände eingebaut, neue 6CG7 Röhren eingesetzt und die Schaltung abgeglichen. Die Modifikationen kommen erst noch. Und auch dann darf daran gezweifelt werden, ob ein T1 trotz aller Mods auch nur in die Nähe eines T2 kommen kann ;)


Nach dem Abschluss der geplanten Mods kann man sicherlich von einem technisch optimierten SRM-600 Limited sprechen :kh:

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Re: STAX Tube Driver: Instandhaltung & Modifikation

Beitrag von Firschi » So 22. Jul 2018, 19:12

Und wie abgesprochen ging der erste dieser Beiträge vorhin im Blog online. Die Abonnenten wussten das natürlich bereits ;)


STAX Vacuum Tube Driver [Teil 1 – Kleine Aufbereitung]

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Re: STAX Tube Driver: Instandhaltung & Modifikation

Beitrag von Diego Dee » So 22. Jul 2018, 22:17

Sehr schön Dominik!
Dieser Bericht (und auch all die anderen Blog Specials) machen Lust auf mehr!
Eigentlich ist das ganze ein geniales Gegenstück zu unserer oft bejammerten Wegwerfkultur!
Erhalten / Aufbereiten statt wegwerfen.

Mal ne Frage am Rande: Hat der Lautstärkeknopf des T1eigentlich 2 Funktionen?

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Re: STAX Tube Driver: Instandhaltung & Modifikation

Beitrag von Firschi » Mo 23. Jul 2018, 08:26

Diego Dee hat geschrieben:
So 22. Jul 2018, 22:17
Sehr schön Dominik!
Dieser Bericht (und auch all die anderen Blog Specials) machen Lust auf mehr!
Hey, danke Dirk!

Diego Dee hat geschrieben:
So 22. Jul 2018, 22:17
Eigentlich ist das ganze ein geniales Gegenstück zu unserer oft bejammerten Wegwerfkultur!
Erhalten / Aufbereiten statt wegwerfen.
Sehe ich genau so. Man muss alte Hifi-Geräte nicht entsorgen, nur weil ein Elko durch ist. Ich bin sicherlich kein Öko-Freak, aber das muss wirklich nicht sein. Bei mir schwingt da immer ein bisschen Nostalgie mit, auch wenn die Geräte stellenweise älter sind als ich ;)

Diego Dee hat geschrieben:
So 22. Jul 2018, 22:17
Mal ne Frage am Rande: Hat der Lautstärkeknopf des T1eigentlich 2 Funktionen?
Wenn man so will, ja. Der zweigeteilte Drehknopf ermöglicht die unabhängige Regelung der Lautstärke beider Kanäle. Kommt einer Balance Voreinstellung mit einem festen Offset zwischen R und L sehr nahe, ist technisch aber einfacher umgesetzt. Damit kann man z.B. auf Pegelungleichheiten von Hörern oder Hörenden reagieren. Für mich ohne Bedeutung.



Rückblickend bin ich ausgesprochen erleichtert, dass dieser Baustellen T1 wieder läuft. Den hatte ich ja ohne Funktion und ohne Röhren "blind" bzw. "taub" gekauft. Dann folgte das beschriebene Reinigungsprogramm, der Austausch aller Elkos und schließlich der Einbau neuer Röhren. Ich hatte wirklich Schiss, den Netzschalter zu betätigen :fpalm: :wacko: Ging aber auf Anhieb alles gut, die Röhren glühten, die 4 LED auf dem PCB leuchteten, das Relais zog wie üblich an.

Herrlich sage ich euch :yeah:

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Re: STAX Tube Driver: Instandhaltung & Modifikation

Beitrag von Staxi2017 » Mo 23. Jul 2018, 11:10

Mir taugen die alten Dinge, wenn sie laufen und laufen - selbst nach Jahrzehnten.
Heute hab ich bei neuer Ware bereits das Gefühl, beim Öffnen der Schachtel beginnt die eingebaute Obsoleszenz zu ticken :D und man soll die neue Ware bereits vorbestellen - Kapitalismus in seiner negativen Form

Toll gemacht die T1-Aufbereitung :top: :top: :top: :top: :top:

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Re: STAX Tube Driver: Instandhaltung & Modifikation

Beitrag von Firschi » Mo 23. Jul 2018, 13:54

Staxi2017 hat geschrieben:
Mo 23. Jul 2018, 11:10
Mir taugen die alten Dinge, wenn sie laufen und laufen - selbst nach Jahrzehnten.
Geht mir genau so, gerade in Sachen Hifi. Ich habe hier noch das eine oder andere Schätzen von Vollverstärker, Vorverstärker bzw. Endverstärker stehen, die eines schönen Tages ihre verdiente Überholung bekommen werden. Ergibt im Moment allerdings keinen Sinn, da ich keinen Platz habe, große Standboxen aufzustellen.


Wie dem auch sei, diese STAX-Technik hat mich gepackt und fasziniert. Wer daran teilhaben möchte, kommt sicherlich hier im Forum oder auch im Blog auf seine Kosten. Weitere Teile zum T1 sind bereits in der Mache :sheep:

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Re: STAX Tube Driver: Instandhaltung & Modifikation

Beitrag von Robodoc » Mo 23. Jul 2018, 15:54

Das hier wird ein absolutes Highlight der Prof-X Welt. Danke dafür, Dominik :top:
Solche Anleitungen sind äußerst wertvoll und schwer zu finden. Dazu noch die Möglichkeit, hier im Forum konkrete Fragen zu stellen und diese auch noch beantwortet zu bekommen. Grandios!
:resp:

Ich habe schon mal ein Päckchen Elkos für meinen T1 bereitgestellt :D

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Re: STAX Tube Driver: Instandhaltung & Modifikation

Beitrag von Firschi » Mo 23. Jul 2018, 16:08

Robodoc hat geschrieben:
Mo 23. Jul 2018, 15:54
Das hier wird ein absolutes Highlight der Prof-X Welt. Danke dafür, Dominik :top:
Nichts zu danken, Hans. Es ist mir (fast) immer ein inneres Blumenpflücken, meine eigenen Projekte anderen zugänglich zu machen.

Robodoc hat geschrieben:
Mo 23. Jul 2018, 15:54
Ich habe schon mal ein Päckchen Elkos für meinen T1 bereitgestellt :D
Sag' bloß ;)


Die Tage bestelle ich noch so ein Maintenance Kit (Elkos + Widerstände) für meinen ersten T1, möchte vielleicht jemand aufspringen?

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Re: STAX Tube Driver: Instandhaltung & Modifikation

Beitrag von Robodoc » Mo 23. Jul 2018, 18:09

Firschi hat geschrieben:
Mo 23. Jul 2018, 16:08
Robodoc hat geschrieben:
Mo 23. Jul 2018, 15:54
Ich habe schon mal ein Päckchen Elkos für meinen T1 bereitgestellt :D
Sag' bloß ;)


Die Tage bestelle ich noch so ein Maintenance Kit (Elkos + Widerstände) für meinen ersten T1, möchte vielleicht jemand aufspringen?
Sehr zu empfehlen, hab ich ja schon beim letzten Mal gemacht.
Das sind hervorragende, aktuelle, von Dominik ausgewählte Bauteile.
Und hier (und später im Blog) hat man dazu auch eine gute Anleitung zum Einbau.

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Re: STAX Tube Driver: Instandhaltung & Modifikation

Beitrag von Diego Dee » Mo 23. Jul 2018, 20:02

Firschi hat geschrieben:
Mo 23. Jul 2018, 16:08

Die Tage bestelle ich noch so ein Maintenance Kit (Elkos + Widerstände) für meinen ersten T1, möchte vielleicht jemand aufspringen?
Wenn es sich bei meinem lohnen würde bin ich mal nicht uninteressiert ;) was würde das Teilemässig denn ca. kosten?

Kann ich aber nicht einschätzen, brauche Tipp von Experte :)

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Re: STAX Tube Driver: Instandhaltung & Modifikation

Beitrag von Firschi » Mo 23. Jul 2018, 21:22

Mein Baustellen T1 hatte eine Seriennummer im 7000er Bereich. Zwei der Elkos waren komplett durch, alle anderen einwandfrei im Zustand. Schwierige Entscheidung, wenn alles normal funktioniert.


Ich werde meinem ersten und zugleich ältesten Amp bei Gelegenheit ebenfalls die Elkos und Widerstände verpassen. Macht mir Spaß und schadet in keinem Fall.


Das ganze Kit kostet um die 40€, je nach Bezugsquelle und Abnahmemengen.

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